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Klang der Stille Midsummer-Partytime 2009
Subhira - Transsubhiriano . Ethno Trance, Goa, Tribal, Experience,...... from Chile 
Wir feiern also unser 5-jähriges mit einer World-Concert-Trance-Party zum lauschen und abheben. » Subhira - Transubhiriano Video
Hintergrund-Info zu Musik/Musikern aus Chile Auszug aus Reportage / ROCK AUS CHILE - MUSIK IN ZEITEN DER POST-DIKTATUR von: MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK (spanische Interviews: Liliana Margarita Isusqui-Moreyra) Wir erinnern uns: Am 11. September 1973 bombardieren Kampfjets den altehrwürdigen Palast "Moneda" des drei Jahre zuvor mit 36 % der Stimmen demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende Gossens in Chiles Hauptstadt Santiago. Allende wurde am selben Tag entmachtet und beging - ebenfalls am selben Tag - Selbstmord. Fortan übernahm die Militärjunta die Macht in der aus rund 15 Millionen Einwohnern bestehenden Nation, General Augusto Pinochet wurde zum neuen Präsidenten des südamerikanischen Staates ausgerufen. Ein Job, den er 17 quälend lange Jahre innehaben sollte. Gleich nach seiner Amtsübernahme ging Pinochet mit großer Härte gegen die bisherige Regierung und ihre Unterstützer vor. Die Folge waren Menschenrechtsverletzungen jeglicher Art von Seiten der Armee sowie der Polizei, rund 80.000 Chilenen wurden getötet oder verschwanden spurlos, die genaue Zahl lässt sich bis heute nicht exakt ermitteln. Während der gesamten Herrschaftszeit von Pinochet wurden Oppositionelle oder vermutete Oppositionelle - selbst Kinder waren darunter - verschleppt, gefoltert und ermordet. Sogar ein Volksheld wie der linke Liedermacher Victor Jara wurde am Abend des berühmt-berüchtigten 11.9.1973 von der Polizei festgenommen und gequält, man brach ihm zu guter Letzt die Hände, damit er nicht mehr Gitarre spielen konnte, um ihn am fünften Tag nach seiner Arrestierung brutal zusammenzuschlagen und schließlich mit einem Maschinengewehr zu exekutieren.
Ein Mord, sinnbildlich für den Stellenwert der Kunst - speziell der Musik -, den Chile fortan "genießen" durfte. "Das System Pinochet", sagt der Musiker Rodrigo Cepeda und spricht noch heute mit stockender Stimme darüber, "war für Künstler der blanke Horror. Ich erinnere mich etwa daran, dass in den späten 1980ern vor meinen Augen ein Straßenmusiker von der Polizei zunächst verprügelt und schließlich erschossen wurde - nur auf Grund der Tatsache, dass er Musik gemacht hatte", erzählt der 1969 geborene Mastermind der Formation Subhira. Und fährt fort: "Kein Wunder, dass meine Familie Angst hatte und mich umstimmen wollte, als ich 1989 eine Rock-Band gründete und beschloss, von der Musik zu leben. Schließlich war mein Vater als politischer Gefangener mehrere Jahre im Knast gesessen, mein großer Bruder für vier Jahre ins europäische Exil ausgewandert, um Repressalien durch den Staat zu entgehen. Doch ich war trotzig und bereit, unter allen Umständen eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen", bekennt Cepeda, "mich hätte nichts davon abgehalten."
Rodrigo hatte Glück mit seinem Trotz, denn am 11.3.1990 wurde General Pinochet im Präsidentenamt von dem - relativ - liberalen Kandidaten Patricio Aylwin abgelöst. Gemäß der von ihm selbst maßgeschneiderten Verfassung blieb Pinochet allerdings Senator auf Lebenszeit und zudem Chef der Streitkräfte. Erst im September dieses Jahres zog Chile einen Schlussstrich unter seine blutige Vergangenheit und schaffte unter dem jetzigen Präsidenten Ricardo Lagos die letzten Privilegien der alten Diktatur ab, der am 25. November 90 Jahre alt werdende Pinochet allerdings geht bis heute straffrei aus.
Dennoch, gerade für Künstler brachen ab 1990 hoffnungsvolle Zeiten im Land der Anden an, Kreativität war plötzlich nicht mehr mit Lebensgefahr verbunden, sondern damit, sich in der Öffentlichkeit weitgehend frei zum Ausdruck bringen zu können. Die Bewegung "Nueva Cancion" (= "neues Lied") in der Tradition Victor Jaras begann, ihre Arbeit, die 1973 jäh unterbrochen worden war, wieder aufzunehmen.
Das Besondere an dem noch jungen Pop- und Rock-Sound Chiles ist, im Vergleich zu der Musik anderer Länder Süd- und Lateinamerikas, dass sie absolut eigenständig daher kommt. "In der aktuellen Musik meines Landes", schwärmt die 33jährige Sängerin Sol Aravena alias Muza, eine der talentiertesten weiblichen Stimmen des modernen Chile, "verschmelzen unzählige Stile, von der traditionellen Folklore über Música popular, Klassik, Tango, Bolero bis zum Jazz und selbstverständlich auch Rock."
Im Falle Chiles verbinden gerade ältere Solidaritätsbewegte auf der ganzen Welt die Musik gerne mit Gruppen wie Inti Illimani oder der Liedermacherin Violeta Parra und natürlich mit dem nach wie vor populären Victor Jara. Doch das musikalische Spektrum des Landes ist inzwischen wesentlich breiter und abwechslungsreicher geworden. Da gibt es mystische Folk-Sängerinnen wie Muza, Singer/Songwriterinnen wie Francesca Ancarola, Blues-orientierte Musiker wie Emilio Garcia, psychedelisch angehauchte Experimentierer wie die Formation Subhira und viele aufregende Künstler mehr. Der chilenische Rock - inzwischen eine der wichtigsten Szenen des Landes - ist allerdings im Rest der Welt nach wie vor beinahe völlig unbekannt.
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